Les-Bares

Perfektionismus? Oder: Danke gut genug!

Wir leben in einer Zeit, in der Perfektionismus eine Selbstverständlichkeit – normal sozusagen – geworden ist. Wir erwarten fast schon allenortens und von jedermensch Wundersames Außergewöhnliches und vor allem sehr Gutes! Doch die Kehrseite ist: Überanstrengung lauert in allem Tun und so verwandelt sich das Schöne in Notwendigkeit und innere Not.

Einfach erklärt ist Perfektionismus ein übertriebenes Streben nach Vollkommenheit und der Versuch um jeden Preis Fehler zu vermeiden. Das kann lähmen und auch krank machen, weil alles irgendwann zu viel und viel zu viel wird. Das Mittelmaß ist jedoch auch nicht das, was wir gern haben. Wo ist also unser Platz? Wo der Ort, an dem wir uns wohlfühlen?

Ziel ist, dass wir wieder ein Feierabendgefühl haben können, einen Zustand des sich entspannen-könnens ohne Anstrengung und ohne den Gedanken an drohende Mühen. Die Zeit soll sich wieder dehnen lassen und nicht ungebremst an uns vorbei sausen.

Heben wir das Smart-Phone zum Selfie-Dreh in die Luft: Wir leben in einer Zeit der Fragmentierungen, das bedeutet, wir sind mit vielen vielen Themen gleichzeitig beschäftigt. Wir lesen über Politik, whatsappen, bilden uns fort, erledigen unsere Arbeitsaufgaben, organisieren nebenbei die Reparatur der Geschirrspülmaschine, suchen im Internet nach einem genialen Rezept für das anstehende Abendessen und den dazu passenden exquisiten Wein, der gerade noch nicht von der neuesten Wein-App erfasst wurde. „Internet“ macht´s möglich und der Satz „das hab ich aus dem Internet“ impliziert Leichtigkeit und ein „Nebenbei“. Wir vergeuden unsere Ressourcen indem wir dauern aufs Smartphone starren und mit allen befreundet sind. Wir werden langsam immer mehr zum Täter unseres eigenen Bedrohtseins und des Diebes unserer eigenen Zeit und damit auch zu unserem eigenen Opfer. Es gibt keine Grenzen mehr und keine erreichbaren Ziele, weil diese immer mitwachsen oder zu vielfältig geworden sind. Wir leben im Glauben schön und schöner sein zu können, erfolgreich und noch erfolgreicher, fitter und noch fitter. Bessere Eltern und noch bessere Eltern. Optimierter und optimierter. Es geht ums anpassen. Anpassen. Anpassen. Apps steuern den Staubsauger nach Schmutzaufkommen und hindern am Schnarchen. FÜR PERFEKTIONISTEN EINE SCHLECHTE ZEIT. A pros pros Zeit:

Die Zeitstrukturen ändern sich. Unsere Gesellschaft ist modern, dynamisch, d.h. auf Wachstum, Beschleunigung, Innovationsverdichtung ausgelegt. Die Aussicht auf Steigerung der Wirtschaft und Wissenschaft geschieht durch Beschleunigung. Egal wie schnell dieses Jahr: nächstes Jahr schneller. Alles mögliche lässt sich grenzenlos steigern, bzw. optimieren: Kontakte, Möglichkeiten.

ZEIT nicht. Zeit ist das einzige, was wir nicht vermehren können, nur verdichten. Daher vergeht die Zeit gefühlt so schnell. Wir befinden uns in einer Phase in der die Gegenwart immer kleiner und enger wird. Überall, wo ich gerade nicht mehr bin, bin ich hinterher. Damit wachsen die To-do´s auf meiner Liste. Sie kann nie abgearbeitet werden oder ist spätestens morgen wieder voll. Das Wissen, dass es immer noch besser und noch besser geht macht krank. Ein Kind (9 Jahre alt) sagte neulich zu mir: „mein Leben vergeht so schnell“… Das sahen diejenigen, die vor 30 Jahren Kind waren, noch ganz anders.

Das ist ein Fluch der Freiheit und auch für unsere Freiheit. In der Summe der Dinge machen wir damit unbemerkt immer mehr die Erfahrung des Scheiterns. Und so befinden wir uns schnell mitten im Stress und danach im Burnout. Wie kommen wir jetzt vom Perfektionismus zum Burnout. Was hat Stress mit dem Thema zu tun? Was hat überhaupt mit dem Thema zu tun?

Menschen sollen und wollen immer mehr. Das kann in der Summe nur überanstrengen. Überanstrengung heißt auch Stress und die nächste Haltestelle ist der Burnout. Und dann kommt Therapie. Das sind dann die Themen mit denen Menschen zu mir kommen: Ich kann nicht mehr, ich habe Angst, ich habe keine Zeit für Nichts mehr, ich renne mir selbst hinterher. Ich hab Angst, man merkt, ich schaffe es nicht, ich kann es nicht und eigentlich auch, dass man merkt, dass ich es noch nie konnte.

Das alles heißt nicht, dass wir nicht rennen dürfen. Jede(r) ist einzigartig und jeder hat eine eigene persönliche Dosis. Doch es muss eine erreichbare Ziellinie geben.

Drum: Gehen wir in den Widerstand. Halten wir uns an. Sortieren wir aus. Was bringt uns wirklich etwas uns was nicht. Werden wir uns bewusst, dass wir momentan (Februar 2017) im Durchschnitt täglich drei Stunden mit dem Smart-Phone verbringen. Haben wir wieder Mut: zur Fehlerhaftigkeit, Hässlichkeit, Schmutz, gekauftem Kuchen, weniger Likes, mehr persönlichem Kontakt und wahrer Entspannung.

Weiterlesen in Danke gut genug erschienen im Scorpio-Verlag.

Das Buch präsentiert leichte einfache und umsetzbare Übungen und Strategien zum Innehalten und Aussortieren.

 

Energieraub –

Energieräuber erkennen, verwandeln, eliminieren und aus Verlust Gewinn machen

Sie fühlen sich wie erschlagen, leer und haben schlechte Laune? Dann hatten Sie vielleicht eine Begegnung mit einem psychischen Vampir, d.h. einem der Mitmenschen, die uns negativ aufladen und deren Emotionen wir mit uns herumtragen.

Oft fassen wir uns als allererstes an der eigenen Nase und fragen uns, was wir falsch gemacht haben. Zuweilen lohnt sich die Frage, aus welcher Begegnung ich gerade komme und ob der Mensch mit dem ich gerade war, mich positiv oder negativ „aufgeladen“ hat. Hat der soeben stattgefundene Kontakt mich an einer Stelle berührt, die mich geschrumpft und unglücklich zurück lässt, oder fühle ich mich groß und stark und sehe den nächsten Schritten mit strahlender Freude und bester Laune entgegen?

Susanne (54) erzählt von ihrer Sandwichposition in der Familie. Die Schwester beklagt sich bei ihr über die Mutter, die Mutter über die Schwester. Sie fühlt sich gefangen und hat die Idee, sich den Bedürfnissen der beiden zur Verfügung stellen zu müssen. Die Begegnungen hinterlassen in ihr ein Gefühl der Leere und Unzulänglichkeit.

Wer ist wie und warum ein Gefühlsvampir? Es handelt sich um einen Mensch, der uns „aussaugt“, d.h. uns überanstrengt, uns negativ auflädt; jemand, dessen Emotionalität wir mit uns herumtragen und uns nicht befreien können.

Viele Menschen fühlen sich von dieser Art Kontakten überfordert. Drum lohnt es sich zu überlegen, welche Personen wir gerne sehen, weil wir uns dann inspiriert fühlen und für die anderen Pläne eines anderen Umgangs oder Verabschiedens zu entwickeln und auszuprobieren. Denn: von alleine ändern sich die anderen selten. Verlassen Sie Ihren Platz an den Ihnen zugedachten Stellen und hinterlassen sie nur die Idee Ihrer selbst. Winken Sie Ihrem mentalen Abguss zu und machen sich auf die Reise nach neuen Entdeckungen. Verschaffen Sie sich mehr Erlebnisse, die Sie zufrieden machen, denn damit fangen Sie an, den Energiekreislauf umzugestalten J